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Rohes, geschnittenes Blech birgt Gefahren. Seine Kanten sind scharf, korrosionsanfällig und unter Belastung strukturell schwach. Für Maschinenbauingenieure, Metallbauer und Automobilindustrie Designer sollten sich mit diesen Schwachstellen auseinandersetzen – es geht dabei nicht nur um Ästhetik, sondern um eine grundlegende Voraussetzung für Sicherheit und Langlebigkeit.

Blechfalzen Sie erweist sich als die beste Lösung für diese Herausforderungen. Diese wesentliche Herstellung Bei dieser Technik wird die Kante eines Metallblechs umgefaltet. Dadurch können Hersteller gefährliche Grate effektiv entfernen, die Optik des Endprodukts verbessern und – vielleicht am wichtigsten – die Stabilität des Bauteils deutlich erhöhen. Nach dem Lesen dieses Artikels verfügen Sie über das nötige Fachwissen, um die richtige Falzart und das passende Verfahren für Ihr nächstes Projekt auszuwählen.

Blechfalzen

Was ist Blechfalzen?

Im Kern ist das Bördeln von Blechen ein Fertigungsprozess, bei dem die Kante eines Blechstücks umgefaltet wird. Anders als beim einfachen Biegen, das einen Winkel erzeugt, entsteht beim Bördeln eine gefaltete Kante, bei der das Material zurückgefaltet wird und so ein flaches, abgerundetes oder tropfenförmiges Profil bildet.

Die Hauptzwecke des Säumens gehen weit über das bloße Verbergen einer scharfen Kante hinaus. In erster Linie dient es der Sicherheit. Durch das Umschließen der Schnittkante wird die Verletzungsgefahr bei Handhabung, Montage und späterer Verwendung minimiert. Zweitens verbessert es das Erscheinungsbild des Endprodukts erheblich. Eine gesäumte Kante sorgt für ein sauberes, professionelles Aussehen, das Qualität und Präzision signalisiert.

Der wichtigste technische Vorteil liegt jedoch in der erhöhten Steifigkeit. Durch das Umkanten einer Kante erhöht sich das Flächenträgheitsmoment des Bauteils erheblich. Dadurch widersteht das Bauteil Biegung und Verformung wesentlich besser als ein einlagiges Blech gleicher Dicke.

Betrachten wir die Automobilindustrie: Die Kanten von Autotüren und Motorhauben sind klassische Beispiele für die Anwendung von Säumen. Ohne Säumen hätte die äußere Türverkleidung eine messerscharfe Kante, an der sich Insassen verletzen könnten. Noch wichtiger ist jedoch, dass der Säumen der großen, flachen Verkleidung zusätzliche Stabilität verleiht und verhindert, dass sie sich während der Fahrt oder beim Zuschlagen der Tür verformt („Ölwannenform“).

Alle Arten von Säumen

Säume sind nicht gleich Säume. Die Geometrie der Falte wird durch die Materialeigenschaften, das gewünschte Ergebnis und das Herstellungsverfahren bestimmt. Hier finden Sie eine Übersicht der gängigsten Saumarten in der Textilverarbeitung.

Flacher Saum (geschlossener Saum)

Der Flachsaum, auch geschlossener Saum genannt, ist die gebräuchlichste Variante. Dabei wird die Kante vollständig umgefaltet, bis sie bündig am Grundmetall anliegt. Innerhalb der Falte entsteht keine Lücke oder Rundung.

  • Am besten geeignet für: Hochduktile Werkstoffe wie kohlenstoffarmer Stahl.
  • Zu beachten ist: Da das Material vollständig flach gefaltet wird, ist der Biegeradius praktisch null. Dies führt zu extremen Spannungen in den äußeren Fasern des Materials. Wenn das Metall nicht ausreichend duktil ist (d. h. sich nicht dehnen lässt, ohne zu brechen), reißt es entlang der Biegelinie. Daher sind flache Säume im Allgemeinen nicht für härtere oder weniger duktile Materialien wie hochfesten Stahl oder Aluminium empfehlenswert.

 

Öffnen Sie den Saum

Ein offener Saum zeichnet sich durch eine kleine, absichtlich eingelassene Lücke oder einen Biegeradius innerhalb der Falte aus. Im Gegensatz zu einem flachen Saum berührt die gefaltete Kante das Grundmetall nicht.

  • Am besten geeignet für: Werkstoffe mit mäßiger Duktilität oder wenn ein Konstrukteur Spannungskonzentrationen vermeiden möchte.
  • Anwendungsfall: Diese Art von Faltung eignet sich ideal für Materialien, die beim vollständigen Flachfalten brechen könnten. Der Radius verteilt die Biegespannung auf eine größere Fläche und verringert so das Risiko von Rissen. Sie wird auch häufig verwendet, wenn zur Verstärkung ein Draht oder Kabel in den Saum eingeführt werden muss.

 

Tropfensaum

Der tropfenförmige Saum ist eine spezielle Form des offenen Saums. Wie der Name schon sagt, erzeugt die Falte ein Profil, das einem Tropfen ähnelt – ein deutlicher Radius am äußeren Rand, der sich allmählich zum Grundmetall hin verjüngt.

  • Am besten geeignet für: Aluminium und andere weniger duktile Werkstoffe.
  • Warum: Aluminium hat eine deutlich geringere Dehnung als Stahl. Ein enger, flacher Saum an Aluminium führt daher mit hoher Wahrscheinlichkeit zu Rissen. Der tropfenförmige Saum bietet einen großzügigen Radius, der die strukturelle Integrität des Bauteils erhält, ohne die Zugfestigkeit des Materials zu überschreiten.

 

Seilsaum

Der Seilsaum ähnelt einem offenen Saum, weist aber ein ausgeprägteres, fast kreisförmiges Profil auf.

  • Ideal geeignet für: Anwendungen, die eine maximale Kantenverstärkung erfordern.
  • Funktion: Das große kreisförmige Profil erhöht die Kantensteifigkeit deutlich. Es wird häufig verwendet, um einen Draht oder einen Vollstab einzuschließen und so eine Verbundstruktur zu schaffen, die die Umformbarkeit des Blechs mit der Zugfestigkeit des Stabs kombiniert.

Saumtyp

Geometrie

Ideales Material

Hauptvorteil

Wohnung (geschlossen)

Glatte Falte, kein Spalt

Kohlenstoffarmen Stahl

Maximale Steifigkeit, makellose Ästhetik

Öffne

Geplanter Radius/Abstand

Baustahl, duktile Legierungen

Verringert das Risiko von Rissen, ermöglicht das Einführen von Drähten

Träne

Verjüngter Radius

Aluminium

Verhindert Brüche in Werkstoffen mit geringer Duktilität

Seil

Ausgeprägtes kreisförmiges Profil

Stahl, Aluminium

Höchste Kantenfestigkeit, kann Verstärkungen umschließen

Der Säumprozess

Der Bördelvorgang ist im Wesentlichen ein kontrollierter Biegevorgang, bei dem zwei kritische Phänomene berücksichtigt werden müssen: Biegezugabe und Rückfederung.

Die Biegezugabe bezeichnet die Länge der neutralen Achse (des Bereichs im Material, der weder gedehnt noch gestaucht wird) während der Biegung. Bei der Berechnung eines Abwicklungsmusters für ein zu säumendes Teil müssen Ingenieure diese Dehnung genau berücksichtigen. Wird die Biegezugabe falsch berechnet, ist der fertige Saum entweder zu kurz (und löst sich vom Grundmaterial) oder zu lang (was zu Knicken führt).

Die Rückfederung beschreibt die Tendenz von Metall, nach dem Biegen in seine ursprüngliche Form zurückzukehren. Nach der ersten Biegung versucht die elastische Spannung im Material, das Werkstück wieder in die ursprüngliche Form zurückzubiegen. Beim Bördeln ist die Vermeidung der Rückfederung eine zentrale Herausforderung. Der abschließende Bördelvorgang muss den Flansch entweder leicht überbiegen oder ausreichend Druck ausüben, um das Material über seine Streckgrenze hinaus plastisch zu verformen und so einen dauerhaft geschlossenen Saum zu gewährleisten. Wird die Rückfederung nicht berücksichtigt, entsteht ein lückenhafter Saum, der den Zweck des Vorgangs zunichtemacht, da er eine lose und unsichere Kante bildet.

 

Stanzfalzverfahren

Bei der Serienfertigung ist das Bördeln nach wie vor der Industriestandard. Dieses traditionelle Verfahren verwendet einen Stempel und eine spezielle Bördelmatrize in einer mechanischen oder hydraulischen Presse.

Der Prozess folgt typischerweise einer dreistufigen Abfolge:

  • Bördelvorgang: Das Blech wird zunächst zu einem 90-Grad-Bördel geformt. Dies geschieht häufig in einem separaten Werkzeug vor der Bördelstation.
  • Vor dem Bördeln: Der Flansch wird anschließend um etwa 45 Grad gebogen. Dieser Zwischenschritt ist entscheidend; er verhindert ein Ausknicken des Materials und führt das Metall schrittweise und ohne übermäßige Spannungen in seine endgültige Position.
  • Letzter Säumvorgang: Der Stempel drückt mit voller Kraft nach unten und drückt den Flansch entweder vollständig gegen das Grundmetall (für einen flachen Saum) oder auf den gewünschten Radius.

Vorteile:

  • Geschwindigkeit: Die Zykluszeiten werden in Sekunden gemessen, was es ideal für die Massenproduktion macht.
  • Wiederholgenauigkeit: Sobald die Matrize gehärtet und gesetzt ist, ist die Maßgenauigkeit außergewöhnlich konstant.
  • Festigkeit: Durch die hohe Tonnage entsteht ein sehr dichter, robuster Saum.

Nachteile:

  • Hohe Werkzeugkosten: Spezielle Werkzeuge sind teuer in der Konstruktion und Fertigung. Diese Kosten sind für die Kleinserienfertigung prohibitiv.
  • Unflexibilität: Wenn eine Designänderung erforderlich ist, müssen die Werkzeuge komplett neu bearbeitet oder ersetzt werden.

Das Stanzbiegen ist das Rückgrat der automobilen Massenproduktionslinien, wo täglich Tausende identischer Autotüren, Motorhauben und Kofferraumdeckel hergestellt werden.

 

Rollfalzverfahren

Bei dieser Methode wird ein Industrieroboter mit einem Rollenwerkzeug – im Wesentlichen einem gehärteten Stahlrad – eingesetzt, um den Flansch schrittweise umzubiegen.

Im Gegensatz zur sofortigen Kraft einer Stanzpresse ist das Walzenfalzen ein mehrstufiger Prozess. Der Roboterarm folgt einer präzisen Werkzeugbahn und benötigt typischerweise zwei oder drei Durchgänge, um die endgültige Faltung zu erzielen.

  • Durchgang 1 (Vorfalten): Die Walze übt Druck in einem steilen Winkel (z. B. 45 Grad) aus, um mit dem Falten zu beginnen.
  • Durchgang 2 (Endsaum): Der Walzenwinkel flacht auf 0 Grad ab und drückt den Flansch in seine endgültige Position.

 

Vorteile:

Geringere Werkzeugkosten: Es werden keine speziellen Werkzeuge benötigt. Lediglich ein Roboter und ein Satz Walzenköpfe sind erforderlich.

  • Hohe Flexibilität: Der Prozess ist softwaregesteuert. Um eine Konstruktion zu ändern, aktualisieren die Ingenieure einfach das Werkzeugwegprogramm des Roboters.
  • Komplexe Geometrien: Die Rollfalztechnik eignet sich hervorragend zum Bördeln komplexer, gekrümmter oder dreidimensionaler Profile, die mit herkömmlichen Werkzeugen unmöglich oder unerschwinglich teuer wären.

 

Unterschied zwischen Säumen und Nähen

Ein häufiger Fehler in der Fertigung ist die Unterscheidung zwischen Säumen und Nähen. Obwohl in beiden Fällen Metallkanten gebogen werden, unterscheiden sich ihre Zwecke und Ausführungen grundlegend.

Beim Bördeln von Blechen wird die Kante eines einzelnen Blechstücks umgefaltet. Ziel ist es, die Kante zu verstärken, die Sicherheit zu erhöhen und die Optik zu verbessern. Es werden keine separaten Bauteile miteinander verbunden.

Beim Falzen hingegen werden die Kanten zweier separater Blechstücke miteinander verbunden. Dadurch entsteht eine mechanische Verbindung, die die beiden Bleche zu einem Ganzen zusammenhält.

Beispiele für Nähte:

  • Konservendosen: Die Seitennaht einer Konservendose ist eine gefaltete Naht, die die zylindrische Form erhält.
  • Metalldächer: Stehfalzdächer nutzen vertikale Falze, um die Paneele miteinander zu verbinden und gleichzeitig eine Wärmeausdehnung zu ermöglichen.
  • Lüftungskanäle: Zur Verbindung von Kanalabschnitten werden Pittsburgh-Faltungen und Stehfalze verwendet.

Funktion

Säumen

Nähen

Anzahl der Teile

Einzelstück

Zwei oder mehr separate Teile

Hauptziel

Kantensicherheit, Steifigkeit, Ästhetik

Verbinden, Abdichten (Wasser-/Luftdichtheit)

Ergebnis

Verdoppelte Materialstärke an der Kante

Verriegelte Verbindung

Beispiel

Autotürkante

Verbindung der Metalldachpaneele

Fazit

Das Bördeln von Blechen ist eine wichtige Fertigungstechnik, die die Lücke zwischen Rohmaterial und einem fertigen, sicheren und langlebigen Produkt schließt. Von den eleganten Linien eines Luxusfahrzeugs bis hin zu den robusten Rahmen von Industriemaschinen – die Prinzipien des Bördelns sorgen dafür, dass Kanten nicht zu Schwachstellen, sondern zu Vorteilen werden. Die Wahl des richtigen Typs: Die Entscheidung zwischen einem flachen, offenen, tropfenförmigen oder Seilsaum hängt von der Duktilität des Materials und den Festigkeitsanforderungen der Anwendung ab.

Planen Sie, das Bördeln in Ihr nächstes Blechbearbeitungsprojekt zu integrieren? Sprechen Sie noch heute mit unserem Fertigungstechnik-Team, um Ihre spezifischen Herausforderungen zu besprechen. Unsere Experten helfen Ihnen bei der Auswahl des optimalen Bördelverfahrens, damit Ihr Projekt sicher, langlebig und kosteneffizient wird.

Häufig gestellte Fragen

F: Welche Materialien eignen sich am besten zum Bördeln von Blechen?

A: Hochduktile Metalle eignen sich am besten. Kohlenstoffarmer Stahl (wie z. B. 1008 oder A36) ist ideal, da er den engen Radien einer Flachnaht standhält, ohne zu reißen.

 

F: Ist das Rollensäumen langsamer als das Stanzen?

A: Ja, in erheblichem Maße. Die Zykluszeit ist der größte Kompromiss für die Flexibilität des Rollsaums. Eine Stanzsäummaschine kann einen kompletten Saum in nur 5 bis 10 Sekunden fertigstellen.

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